Firenze - Florenz

Man betrete Florenz nicht gleich, sondern betrachte die Hauptstadt der Renaissance zunächst von oben, vom Piazzale Michelangelo aus. Deutlich heben sich die wichtigsten Bauwerke vom Hintergrund ab. Ober allen thront die Kuppel von Santa Maria del Fiore. Man mache auch einen Abstecher nach San Miniato; die heitere Gelassenheit der Kirchenfassade nimmt bereits die Frührenaissance vorweg. Der Weg steigt nach dem Forte Belvedere hinunter, das den Bóboli-Garten überblickt.

Durch das Bossentor San Giorgio erreicht man den Monumentalkomplex des Baptisteriums und des Doms. Das dem Dom zugewandte Portal des Baptisteriums stammt von Lorenzo Ghiberti (1378-1455); Michelangelo nannte es « Porta del Paradiso » (das Tor zum Paradies).

Baptisterium
Porta del Paradiso (Ghiberti)
Adam und Eva (Ghiberti)
Kain und Abel (Ghiberti)

Die Domfassade stammt aus dem 19. Jh., aber das Innere ist unangetastet geblieben und bestrickt durch die schlichte Feierlichkeit, in die Florenz die Gotik kleidet: ein Rahmen, der Kunstschätze würdig, die der Dom bewahrt: die Freskenbilder Dantes und zweier florentinischer Heerführer, des Engländers Hawkwood und Niccolò da Tolentino, die von Domenico Michelino bzw. von Paolo Uccello und Andrea del Castagno stammen.

Dom
Dom, Kuppel (Vasari)
Domenico di Michelino, Dante
Dom
Andrea del Castagno, John Hawkwood (Giovanni Acuto)
Dom: Apside
   

Neben dem majestätischen Dom erhebt sich der Kampanile, den der siebzigjährige Giotto entwarf; seine Schönheit wetteifert mit der prachtvollen Kuppel von Brunelleschi.

Ober Via de' Calzolai und Orsanmichele — eine Kirche wie eine Festung, mit wertvollen Skulpturen — erreicht man die Piazza della Signoria; den Besucher umgarnt der Zauber von zehn Jahrhunderten florentinischen Lebens, seiner Feste und Aufstände; dem schöpferischen Wettstreit seiner Künstler, seiner harten politischen Machtkämpfe. Hier starb Savonarola auf dem Scheiterhaufen. Auch werden noch Fussballspiele in Kostümen ausgetragen wie das, mit dem die Florentiner im Mittelalter Karl V. herausforderten.

Wie ein Pfeil schnellt der Turm des Palazzo della Signoria (auch Palazzo Vecchio genannt) empor; von der Loggia della Signoria hebt der Perseus von Benvenuto Cellini dem Volk das Haupt der Gorgo Medusa entgegen. Im Palast, in seinen Innenhöfen aus den verschiedensten Zeitaltern, in den prunkvollen Saaldekorationen, in den Kunstschätzen, die im Lauf der Jahrhunderte angehäuft wurden, hallt das Echo einer Kultur wider, die ihres gleichen sucht. Gleich daneben steht der Palast der Uffizien, der die berühmteste Kunstgalerie der Welt bewahrt.

Der erste Tag in Florenz kann mit einem Abstecher zum charakteristischen Ponte Vecchio vervollständigt werden und folgende weitere Besichtigungen einschließen: das mittelalterliche Stadtviertel Borgo Santi Apostoli, die Kirche Santa Trinità (Dreifaltigkeitskirche) mit der erhabenen « Anbetung der Hirten » von Ghirlandaio, die Prachtbauten Palazzo Davanzati, Palazzo dei Capitani di Parte Guelfa (Palast der Anführer der Welfen), Palazzo Corsini — er liegt an der schönsten Promenade am Arno, und hat eine bedeutende Gemäldegalerie —, Palazzo Rucellai und Palazzo Strozzi.

Palazzo Rucellai
Palazzo Davanzati
Palazzo Strozzi
Santa Trinità
Ghirlandajo, Anbetung der Hirten

Wir schlagen dem Besucher vor, am zweiten Tag seines Aufenthalts den Ahnen der Florentiner, den Etruskern, seine Aufwartung zu machen und das Museum für Altertumskunde zu besichtigen, das dem Ospedale degli Innocenti gegenübersteht. Dieser wurde von Brunelleschi erbaut, und in seinem Speisesaal befindet sich die Anbetung der Heiligen Drei Könige von Ghirlandaio.

Im Museum für Altertumskunde befinden sich zahlreiche berühmte etruskische und griechische Bildhauerwerke: der Sarkophag der Larthia Seianti mit der majestätischen Frauenfigur, die sich für die Reise ins Jenseits ankleidet, die berühmte bronzene Chimäre aus dem 5. Jh. v.Ch.

Vom Museum zum Kloster San Marco sind es nur wenige Schritte, aber sie gleichen einem Sprung über zwanzig Jahrhunderte hinweg: hier malte der Beato Angelico einen der bedeutendsten Freskenzyklen aller Zeiten.

Im nahen ehemaligen Kloster Sant'Apollonia ist das herbe und kraftvolle Abendmahl, das sog. Cenacolo von Andrea del Castagno, unbedingt zu besichtigen.

Dann: Michelangelo! In der Galerie der Akademie stehen seine Statuen: David und die unvollendeten, zum Teil noch im Block steckenden vier Gefangenen, deren Leiden ins Qualvolle gesteigert ist.

In der Sakristei von San Lorenzo befinden sich die Grabmale der Mediceer.

In der Kapelle des Palazzo Medici Riccardi vertiefe man sich in das bezaubernde Fresko von Benozzo Gozzoli, das die Heiligen Drei Könige und ihr Gefolge darstellt.

Von der Via del Giglio aus erreicht man die Kirche Santa Maria Novella. Sie besitzt zahlreiche berühmte Kunstwerke, darunter das Kruzifix von Giotto, das Jüngste Gericht von Orcagna und das schöne Freskogemälde von Masaccio, das die Dreifaltigkeit darstellt, die Fresken von Paolo Uccello im Chiostro Verde (im Kreuzgang) und, in der Apsis, den Freskenzyklus mit biblischen Geschichten von Ghirlandaio.

Santa Maria Novella

Jenseits des Arnos steht die Kapelle Brancacci (in der Kirche del Carmine) mit Fresken von Masaccio. Sie gilt zu Recht als Meilenstein der italienischen Malerei, und man kann wohl sagen, dass hier mit der völligen Freigabe malerischer Gestaltungsform die ungestüme und geniale Renaissance ihren ersten Schritt tat.

Via Santa Monica und Via Sant'Agostino führen zu zwei Meisterwerken Brunelleschis: zur Kirche Santo Spirito und zum stolzen Palazzo Pitti, während der Ponte delle Grazie (Brücke der Grazien) zwei bedeutende Museen miteinander verbindet, die der Stadt von zwei Privatleuten geschenkt wurden: Museum Bardini und Museum Horne.

Palazzo Pitti

Einen würdigen Abschluss findet die Besichtigung der Stadt Florenz mit dem Besuch der Kirche Santa Croce, dem nationalen Pantheon des italienischen Genies. Hier liegen Michelangelo, Macchiavelli, Galileo, Alfieri, Foscolo begraben. Die Kirche ist reich an hervorragenden Kunstwerken, darunter Fresken von Giotto und Skulpturen von Donatello. Seitlich der Kirche befindet sich die Cappella dei Pazzi, ein meisterhaftes Werk von Brunelleschi.

In der Via Ghibellina geht man am Haus des Michelangelo Buonarotti vorbei und gelangt zum Nationalmuseum, unter dessen Sammlung besonders die Skulpturen hervorzuheben sind; sie stammen u.a. von Michelangelo, Donatello, Verrocchio, Ghiberti.

Santa Croce
Donatello, Verkündigung
Grab Alfieri
Grab Galilei
Grab Machiavelli
Grab Michelangelo
Grab Rossini
Grab Ugo Foscolo

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